Von einer Fahrt auf dem See, Raflesia, einem „Mouse Deer“, Elefanten, von Oran Asli, dem Regenwald und noch mehr Regenwald

 

 Der heutige Tag war einfach wunderbar. Wir hatten einen ganztägigen Ausflug zu den Sehenswürdigkeiten des „Belum Nt. Parks“ gebucht. Der Nationalpark umschließt mehrere Seen, sowie ein ausgedehntes Flusssystem. Da unser Resort direkt am größten See liegt verbrachten wir einen Großteil des Tages auf dem Boot. An verschiedenen Stellen setzten wir an und wanderten dann durch den Regenwald.

 

Den ersten Halt machten wir nach gut 25 min Fahrt. Wir stiegen einige Höhenmeter den Hang hinauf und erreichten bereits unser erstes Ziel, die Raflesia. Es handelt sich hierbei um eine relativ seltene Pflanze mit einer unübersehbaren Blüte. Die Pflanze selbst ist sehr unscheinbar, eigentlich sieht sie aus wie eine dicke Baumwurzel. An verschiedenen Stellen entwickeln sich, in einem Zeitraum von zwei Jahren, Blütenansätze von etwa 5 cm Größe. Dann geht alles sehr schnell. Die Blüte wächst innerhalb von acht Monaten auf etwa 30 bis 35 cm heran, verbreitet am ersten Tag ihren Duft, um dann nach weiteren vier Tagen zu verblühen.

 

Weiter ging es an spektakulärer Szenerie vorbei in Richtung von Mineral- und Salzlöchern. Dort graben Elefanten jede Nacht Löcher in die Erde um die benötigten Minerale aufzunehmen. Mitten in der Fahrt verlangsamte unser Guide die Fahrt des Bootes und zeigte auf die Wasseroberfläche. Ein „Mousedeer“ war gerade dabei den See an einer engeren Stelle zu durchschwimmen. Dieses nette Tierchen stammt aus der Familie des Rotwildes, ist aber nur etwa 30 cm groß. Zu niedlich!

 

Wir legten erneut an und durchwanderten den Regenwald. Es ist genauso wie man es sich vorstellt. Die Töne, das Grün, Bäume mit einer Höhe von bis zu 90 m … irgendwie ist alles einfach gewaltiger. Claudia entdeckte Ameisen von knapp 3 cm Länge, zudem ganz kleine Ameisen die in Kolonne laufen. Diese Ameisen haben kein Nest und rennen somit immer von einem Ort zum anderen. Wir konnten reichlich Schmetterlinge beobachten, sowie den „Lanternbug“, ein Käfer mit einer riesen Nase an deren Spitze eine rote „Kugel“ sitzt. Claudia taufte ihn gleich „Rudolph“. Elefanten selbst haben wir keine gesehen (dafür ihren Dung), im ganzen Park leben aber auch nur noch etwa 500 Stück (zudem gibt es noch etwa 35 Tiger, Panther, Leoparden und Nashörner). Der überwiegende Teil von Belum ist aber noch gar nicht erkundet, und so ist alles wirklich noch naturbelassen.

 

Es war Mittag und somit Zeit für eine Stärkung. Wir fuhren eine kleine Insel an und machten dort ausgiebig Brotzeit. Frisch gestärkt ging es weiter zu einem Naturvolk, den Orang Asli (Orang=Mensch). Drei Stämme gibt es noch im Nationalpark und die leben noch recht ursprünglich. Uns wurde alles gezeigt, ein kleines Souvenir noch und schon ging es weiter zur letzten Etappe, einem Wasserfall.

Auch diese fahrt dauerte wieder etwa 45 min. Wir genossen den Sonnenschein und die atemberaubende Natur. So langsam bezog sich der Himmel und es kam ein Gewitter auf. „Kein Problem“, so unser Guide. Wir legten an und bestiegen festen Boden. Kaum unterwegs fing es an zu tröpfeln. Der Guide verteilte an alle der Gruppe gelbe „Plastikmäntel“. Von nun an sah die Gruppe aus wie eine Karawane von gelben Säcken, die durch den Regenwald stapft, auf der Suche nach ihrem Wertstoffhof! Wir gingen also weiter, als es plötzlich Blitze und Krachte. Regen war das nun nicht mehr, das was da runter kam war eine Sintflut. So etwas haben wir noch nie erlebt. Für den Weg bis zum Boot benötigten wir zirka 25 min, wir waren alle bis auf die Haut durchdrängt. Wo zuvor Trampelpfade waren liefen jetzt knöchelhohe Wasserläufe. Über unseren Köpfen blitze und donnerte es gleichzeitig. Jetzt wissen wir, warum es Regenwald heißt! Wir kamen endlich zum Boot, auch das stand einige Zentimeter unter Wasser. „No problem, we have rain nearly every day“, so der Guide. Motor an und noch etwa 45 m Fahrt zum Resort. Wir konnten alle nur noch lachen und machten unsere Späße, bis manch einer Blutegel an seinen Beinen vorfand. Diese mussten gleich abgerupft werden. Zwar nicht gefährlich, aber scheinbar schmerzhaft, hatten die Biester doch blutige Spuren hinterlassen.

 

Nachdem wir uns geduscht und trocken gelegt hatten ging es zum Essen. Extra für uns wurde heute asiatisch gekocht und dann auch noch vegetarisch. Den Tag lassen wir im Moment an der Bar ausklingen. Nicht zu lange, morgen haben wir die längste Fahrtstrecke vor uns (etwa 460 km).

 

Je nach dem wann wir morgen am Ziel ankommen gibt es dann wieder einen Bericht von uns. Alles Liebe und bis dann.