Von einer kurzen Nacht, einer Fahrt auf dem Fluss, der Ankunft im Nationalpark, einem großen Schrecken und einer Nachtwanderung

 

Unsere Nachtruhe war kürzer als gedacht! Eigentlich wollten wir um 21:00 Uhr nur noch einen Abschlussdrink nehmen, aber es kam anders. Wir sind mit einem lieben Ehepaar, die auf Hochzeitsreise sind, ins Gespräch gekommen. Beth war aus Wales, Paul aus Schottland. Wir hatten einen enormen Spaß, sogleich gesellte sich ein Paar aus Nordirland dazu. Tja, so wurde es nahezu 01:00 Uhr bis wir in die Federn kamen, um 06:15 Uhr mussten wir bereits wieder aufstehen. Macht aber nichts, es war so lustig und unterhaltsam. Wir haben noch die Emailadressen ausgetauscht, mal sehen ob wir untereinander Kontakt halten.

 

Nach dem Frühstück verließen wir (leider) das Hotel und fuhren los in Richtung „Taman Negara“. Für unterwegs hatten wir keine Stopps eingeplant, da wir es eilig hatten. Nach knapp fünf Stunden Fahrt erreichten wir „Kuala Tembeling“. Von dort starteten die Boote in Richtung Nationalpark. Vor Ort mussten wir die Erlaubnis zum Fotografieren erwerben (2,50 €), sowie das Eintrittsgeld für den Nationalpark (für uns beide eben mal zusammen 0,50 €). Nach einer kurzen Wartezeit konnten wir dann unser Boot besteigen. Insgesamt waren wohl ein Dutzend Passagiere an Bord, jeweils zwei Personen saßen hintereinander.

 

Flussaufwärts fuhren wir dann etwa 2 ½ Stunden den Regenwald hinauf. Die Natur ist sehr schön, komplett unberührt. Unterwegs haben wir Kinder der „Orang Asli“ beim Baden gesehen, sowie eine ganze Horde von Wasserbüffeln. Irgendwie kamen wir uns vor wie „Naturforscher unterwegs in unberührten Weiten“. Natürlich erwischten wir wieder einen Regenschauer (gehört zum Regenwald halt dazu), ab weit nicht so arg wie in „Belum“. Insgesamt eine schöne und angenehme Fahrt, wenngleich wir den einen oder anderen Teilabschnitt doch verschlafen haben. Als Unterkunft haben wir eine kleine Hütte, die zwar ihre besten Tage schon hinter sich hat (erinnert mich an Schullandheim), aber für zwei Nächte ist es ausreichend.

 

Im „Mini Markt“ haben wir noch eine Taschenlampe gekauft, da wir heute noch eine geführte, einstündige Nachtwanderung mitmachen. Auf dem Weg zum Ausgangspunkt sahen Claudia und ich eine Fledermaus, wir dachten zumindest, dass es eine Fledermaus ist. Das Tier flog aber auf einmal rasend schnell auf Claudia zu, setzte sich auf ihren Oberschenkel und schrie ohrenbetäubend laut, im Klang etwa wie das Geräusch einer Kreissäge. Claudia erkannte im Dunkeln nicht, was es ist, drehte sich um sich selbst, schrie ebenso laut und wurde das Tier endlich los. Da saß es nun, keine Fledermaus sondern ein „Grashüpfer“, etwa 20 cm lang und 10 cm hoch. Ein Angestellter eilte herbei und meinte, dass sie eigentlich harmlos sind, ein Biss wäre nicht schmerzhaft gewesen. Touristen aus England hatten die Szenerie beobachtet und bekamen gleich Angst. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass dieses Insekt zwar eigenartig aussieht, dafür frittiert super schmecken würde. Sie sahen mich ungläubig an und ich klärte sie sogleich auf, dass dies nur ein Spaß gewesen sei. Sie waren sichtlich erleichtert! Der Schrecken saß echt tief, so machten wir uns auf zur Wanderung.

 

Gute 90 min wanderten wir im Schein der Taschenlampen durch den Dschungel und bekamen einiges zu sehen. Vorab erhielten wir eine Warnung: „Schütteln sie keine Bäume, sie wissen nicht, was ihnen alles auf den Kopf fallen kann“. Nach nur wenigen Schritten erkannten wir auch schon die erste Schlange, die etwa 2m über unseren Köpfen in einem Ast hing. Kurz darauf Stabheuschrecken (die bis zu 50 cm lang werden können), Vögel (die schlafend in den Palmen saßen), einen 1000 Füßler von gut 40 cm Länge und „Handtellerspinnen“. Fragt nicht warum die so heißen … richtig, die werden so groß. Mit diesen Eindrücken wanderten wir dann zurück in unsere Unterkunft und fielen erschöpft in die Federn. (Eigentlich echt heftig, was um uns herum so alles rumkrabbelt … man möchte gar nicht zu viel darüber nachdenken)

 

Auch für morgen haben wir uns bereits für Unternehmungen eingetragen, und werden auch auf eigene Faust den Park erkunden.

 

 

So viel für heute, alles Liebe und Gute.