Von einem „Stinker“ in Flugzeug, Ketchup in der Handfläche und ersten Einrücken von Kuala Lumpur

 

Entgegen unserer Befürchtungen war die A8 leer und so waren wir nach eben mal 90 Minuten am Flughafen. Das frühe Einchecken hatte sogleich auch seinen Vorteil. Bis Doha, also die ersten acht Flugstunden, hatten wir unseren Sitzplatz am Notausgang, das heißt „Beinfreiheit“. Die Freude an reichlichen Platz wurde aber ein wenig durch einen „Stinker“ zur Rechten beeinträchtigt. Ein etwa zweijähriger Bub drangsalierte mit lautem Gebrüll und Trotzverhalten nicht nur seine Eltern, sondern auch den gesamten vorderen Teil der Maschine. Eine Stewardess rollte nur noch mit den Augen und bejahte meine Geste, man solle dem Knirps doch mal links und rechts eine mitgeben. Gegen Ende des Fluges nahmen wir (Zitat Claudia) einen „pestilenzen Geruch“ wahr. Wurde der „Stinker“ von seinem Au Pair doch mitten auf der Sitzbank gewickelt. Zum Glück war dieses Kind auf dem Weiterflug nicht mehr anwesend.

 

Gegen 10:30 Uhr Ortszeit haben wir in Kuala Lumpur unser Hotel erreicht. Das Grand Hyatt liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der „Petronas Towers“. Aus unserem Zimmer haben wir einen sagenhaften Blick auf die 452m hohen Zwillingstürme. Kurz gewaschen, rasiert und rein in frische Klamotten. Schon ging es los und wir erkundeten per Fuß und mit Monorail die Metropole. Die ersten Eindrücke waren sagenhaft. Im Stadtzentrum alles postmodern, vier Stationen weiter befindet man sich im realen Asien.

 

Zu Mittag wollten wir uns mit einer Kleinigkeit stärken, schongleich beobachteten wir eine seltsame Sache. Bei „Wendys“ (ein Burger Restaurant, das es früher auch mal in Deutschland gab) kauften wir uns Pommes. An einer Seite des Restaurants standen diverse Spender für Ketchup, zur Selbstbedienung. Mich erstaunte, dass die Menschen in der Reihe vor mir sich alle das Ketchup auf die Handfläche spritzen. Schon komisch, aber wenn das alle so machen! Endlich war ich an der Reihe und konnte das Geheimnis lüften. Neben dem Behälter für Ketchup befand sich ein Eimer mit kleinen, flachen Plastikschalen. Diese „Kontaktlinsen für Elefanten“ legte man sich auf die Handfläche und gab dann das Ketchup darauf. Übrigens, jeder Kunde bekommt nur eine Serviette. Mitten im Burgertempel steht ein Handwaschbecken, da hat man sich die Hände zu waschen.

 

Wir spazierten einmal komplett um die Türme herum und wanderten dann durch einen klimatisierten „Skywalk“ zur Station der Hochbahn. Nach vier Stationen erreichten wir „Chinatown“. In diesen Straßenzügen bieten Händler so alles an, was das Touriherz begehrt. Taschen, Schuhe, Uhren, Schmuck … alles natürlich furchtbar billig, und furchtbar echt! O.k. ohne einen Einkauf ist Claudia auch nicht davon gekommen. Sie hat jetzt für 18 Euro eine total echte „Louis Vuitton“ Tasche.

 

Nach so vielen Strapazen ging es zurück ins Hotel, und dort ab in den Pool. Am Abend führte uns dann der Weg zum KLCC Taman Park, direkt hinter unserem Hotel. Wir haben uns in einem netten Restaurant einen Platz im Freien, direkt an einem See gelegen, gesucht und dort gut gegessen. Als es dunkel wurde begannen mit Musik unterlegte Wasserspiele.

 

Kuala Lumpur hat uns wirklich begeistert. Eine internationale Stadt mit Moderne und Tradition, viel europäischer und arabischer Einfluss aber doch noch immer eine typisch asiatische Metropole.