Von einer Wanderung durch den Regenwald, einer kurzen Auszeit auf der eigenen Terrasse, einer Fahrt mit dem Boot, „tierischen Problemen“ und einem Tapir zum Abendessen

 

Nach dem Frühstück machten wir uns gestärkt auf zu unserer Wanderung in den Nationalpark. Von unserem Ressort führen diverse Wege von unterschiedlicher Länge in den Regenwald. Als Ziel hatten wir den „Teresik Hill“ gewählt, sowie den „Canopy Walkway“. Auf gut ausgebauten Wegen (eigentlich sind es mehr Stege) führen die Trails durch den Park.

 

Da die Ausschilderung nicht so optimal war mussten wir eine kleine Schleife laufen und erreichten nach etwa einer Stunde den „Canopy Walkway“, etwas wahrlich Einzigartiges. Erst besteigt man einen Holzturm, von dort führen schmale Hängebrücken von Baum zum Baum, auf einer Wegstrecke von mehreren hundert Metern, in einer Höhe von bis zu 50 m(!). Diese Konstruktion gilt als die längste Hängebrücke der Welt. Es war gewaltig! Auf einem Teilabschnitt dürfen sich nie mehr als vier Personen befinden, und der Abstand zwischen den Personen muss mindestens 10 m betragen. Da die Konstruktion an sich recht labil ist kamen wir immer wieder ins Schaukeln, und man musste sich teilweise beidhändig festhalten. Das erschwerte zwar das Fotografieren, gab einem aber das Gefühl von echtem Abenteuer! Der Blick von der Brücke war teils atemberaubend, auf Höhe der Baumwipfel konnte man bis zu  50 m tief in das Grün des Waldes hinabsehen.

 

Nächstes Ziel war der „Teresik Hill“, ein 344 m hoher Aussichtspunkt. Der Weg war extrem anstrengend, wir mussten 1442 Stufen überwinden, uns lief der Schweiß nur so aus den Poren (kein Wunder, es war heiß und feucht). Leider war es die Mühe nicht wert, der Ausblick war nicht besonders beeindruckend. Egal, entlang des Weges gab es genug Schönes zu sehen. Besonders gefallen haben uns die typischen Regenwaldbäume mit den großen, ausladenden Wurzeln.

 

Über Mittag machten wir dann Pause auf der Terrasse unserer Hütte. Die ist zum Fluss gelegen und so ergibt sich ein schöner Blick auf den Nationalpark. Da uns die Wanderung heute früh angestrengt hat nutzten wir die Zeit auch zur „Augenpflege“.

 

Punkt 14:30 Uhr ging es dann los zu einer mehrstündigen Fahrt mit einem „Tailboat“. Wir fuhren zunächst den „schwarzen Fluss“ (und der war wirklich schwarz) flussaufwärts. Die Natur an den Uferseiten war wieder unbeschreiblich schön. Wir hätten noch Stunden weiterfahren können. Nachdem wir am Ufer angelegt hatten gingen wir einen Trail durch den Wald der uns nach gut 2 km zu kleineren Wasserfällen führten. Man hätte dort baden können, wir haben es aber lieber nicht getan. Am Ufer standen wieder die typischen Regenwaldbäume mit ihrem großen Wurzelwerk. Jedes Mal erneut schön anzusehen. Auf unserer Weiterfahrt konnten wir Eisvögel beobachten und es durchschwamm sogar ein Waran den Fluss. Auf der Rückfahrt machten wir noch Halt und fütterten spezielle Flussfische. Eigentlich essen diese nur bestimmte Beeren die ins Wasser fallen. Daher schmeckt ihr Fleisch nicht „fischig“, sondern süß wir die Beeren. Leider erreichten wir dann auch schon unseren Ausgangspunkt, viel zu schnell waren die drei Stunden vergangen.

 

Als wir in unsere Unterkunft zurück wollten ergab sich ein Problem für uns. Eine ganze Horde Affen versperrte uns den Weg. An ein Vorbeikommen war nicht zu denken. Jedes Mal wenn wir ihnen zu nahe kamen stellte sich uns ein Tier in den Weg, zeigte uns die Zähne und schritt uns einige Schritte entgegen. Wir umgingen dann einfach weitläufig das Problem.

 

Abendessen hatten wir wieder im Restaurant des Resorts. Ein großer, schön eingedeckter Saal. Wir hatten unsere Bestellung aufgegeben, als auf einmal Aufregung herrschte. Ein Tapir gesellte sich zu uns. Zunächst aß es genüsslich Gras, blickte dann in den Speisesaal und verschwand wieder in den Regenwald. Der Manager meinte zu uns, dass wir Glück hatten. Zwar ist das Tapir auf der Anlage ein regelmäßiger Gast, sein letzter Besuch lag aber doch schon knapp zwei Monate zurück.

 

So, morgen geht es wieder zurück nach Kuala Lumpur (hier sagen sie immer nur „KL“). Das Boot für die Fahrt zum Parkplatz ist bereits bestellt, wieder 2 ½ Stunden auf dem Fluss die wir sicherlich erneut genießen werden.

 

Bis bald, alles Liebe.