„Jeden Tag eine gute Tat.“, so könnte man unseren Tagesbeginn heute beschreiben. Wir waren mal wieder unterwegs in Richtung „Nizwa“. In der Früh findet dort der Tiermarkt statt. Keine zehn Minuten vom Hotel standen zwei traditionell gekleidete Omanis am Straßenrand und deuteten uns zu halten. Wir nehmen an es waren Brüder, zehn und 20 Jahre alt. „Nizwa?“ – „Yes“; und schon saßen sie hinten im Auto. Unterhalten konnten wir uns zwar nicht, aber die Szene war ganz reizend. Der Ältere war ganz angetan von unserem Navi und verfolgte alles mit, der Jüngere lachte nur, begutachtete unsere Kamera und versuchte immer ganz verstohlen Claudia an der Schulter anzustupsen. In Nizwa angekommen stiegen sie dann aus, und auch wir schlenderten durch den Mark. Viel war nicht mehr los. Es war zwar erst 09:00 Uhr, aber trotzdem waren wir zu spät.


Unser Weg führte uns weiter ins „Hajar“ Gebirge. Die Felsformationen sind genial. Man erkennt richtig, wie sich hier die Platten aufgetürmt und gefaltet haben. Die Steinplatten sehen aus wie Blätterkrokant, liegen schräg aufeinander und weisen alle in eine Richtung. Ein Paradies für jeden Geologen (wie gesagt Thomas, jetzt bräuchten wir dein Wissen – beim nächsten Mal musst du mitkommen!).


Nächster Halt war die Stadt „Al Hamra“, übersetzt „die Rote“. Die Stadt besteht aus einem alten und einem neuen Teil. Wir fanden einen Übersichtspunkt, von dem aus wir beide Teile überblicken konnten. Der alte Teil besteht ausschließlich aus Lehmhäusern (teils renoviert) und liegt direkt an einer Palmenoase. Nachdem Claudia vom Übersichtspunkt reichlich Bilder gemacht hatte fuhren wir in den Stadtkern und liefen etwas umher. Es dauerte nicht all zu lange und wir kehrten zurück ins Auto. Erstens hatte es weit über 50 Grad, zweitens machte mir mein Magen heute auch wieder zu schaffen. (Aus diesem Grunde hat Claudia heute auch die Rückfahrt übernommen, ganz prima gemacht!)


Wir drangen dann noch weiter ins Gebirge vor. „Misfat Al Abriyyin“, eine Stadt direkt an den Fels geklebt. Die Ansicht ist unglaublich. An den steilen Hängen kleben die Häuser am Fels. Bewässert wird die „Stadt“ durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Die Kinder hatten heute ihre wahre Freude und nutzten die engen Wasserkanäle als Wasserrutschen.


Das Dorf selbst ist durchzogen von engen Wegen, treppauf, treppab. Auch hier liefen wir umher und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Mit diesen Eindrücken ging es wieder zurück ins Hotel. Den Nachmittag ließen wir am Pool ausklingen. So, morgen geht es ab in die Wüste. Bekanntlich haben wir dort kein zu gutes Netzt. Solltet ihr keine Berichte mehr bekommen … keine Sorge, es geht uns gut! Berichte und Bilder werden dann selbstredend nachgereicht. Aber wer weiß, vielleicht bekommt ihr morgen ja hier wieder Infos von uns. Tschüss!