Heute haben wir einen großen Ausflug gemacht. Unser Ziel war die Festung „Nakhl“, eine tolle Festung aus dem 9. Jh, mitten im Nichts. Gut 130 km waren wir auf der Piste. Das sollte aber kein Problem sein, das Straßennetz wird hier so rasant ausgebaut, da kam selbst unser Navi nicht mit! Ich musste einen Taxifahrer nach dem Weg fragen. Sein Englisch war eher bescheiden und so unterhielten wir uns mit Händen und Füßen. Ich muss ein ziemlich ratloses Gesicht gemacht haben, denn irgendwann gab er mir zu deuten, dass ich ihm hinterher fahren soll. Das war dann aber doch nicht notwendig, trotzdem total lieb.

 

Mit einer Verzögerung von etwa 15 Minuten haben wir unser Ziel erreicht. Die Fahrt dorthin war kurzweilig. Die Natur ist beeindruckend und wir hatten sogar das Glück, in der Ferne, wilde Kamele zu sehen.

 

Die Festung „Nakhl“ war dann schnell gefunden, Sie liegt mitten in einer Oase, umgeben von schroffen Bergen. Wir waren einfach nur begeistert. Für ein Entgelt von etwa 2,40 € (für uns beide gemeinsam) konnten wir das Gebäude betreten und waren ab dann alleine. Wir waren die einzigen Besucher!!! Gut eine Stunde schlenderten wir durch die Anlage und konnten uns gar nicht satt sehen. Auch der Ausblick auf das Umland war umwerfend.

 

Weiter ging es zu dem nur wenige Meter entferntem „Wadi“, ein Bach, der selbst in dieser kargen Gegend immerzu Wasser führt. Am heutigen Freitag haben sich entlang des Ufers zahlreiche omanische Familien zum Essen und Plaudern getroffen. Auch hier waren wir die einzigen Touristen, wurden überall höflich gegrüßt und in kurze Gespräche verwickelt. Claudia wanderte barfuß im Bach umher, auf eine Abfrischung wartete  sie aber vergebens. Die Wassertemperatur lag bei etwa 35 Grad.

 

Nun fuhren wir noch mehr ins Landesinnere. Nächster Halt war das Bergdorf „Wakan“. Laut Navi gute vier Stunden Fahrt auf einer unbefestigten Staubpiste. Wir wollten uns die „Straße“ erst einmal ansehen. Siehe da, eine neue Schnellstraße führte uns in etwa 20 Minuten zum Dorf. Die letzten hundert Meter waren noch nicht fertig gestellt, mit unserem Allrad aber kein großes Problem. Im Dorf selbst führte eine Straße noch weiter, die war aber so steil und holprig, das haben wir dann doch sein lassen. Auf der Hin- und Rückfahrt konnten wir immer wieder kleine Herden von Ziegen sehen, die direkt am Straßenrand das letzte Grün aufaßen.

 

Auf direktem Wege ging es zurück zum Hotel. Nochmals relaxen am Pool und mit einem antialkoholischen Cocktail auf unseren 23. Hochzeitstag anstoßen, das Stand auf dem Programm. Am Abend fuhren wir um Abschied zu nehmen nochmals nach „Old Muscat“. Was für eine Fahrt. Am Freitag ist hier die Hölle los, alles ist unterwegs. Im Schritttempo schoben wir uns durch die Straßen, Regeln gab es keine mehr! Es wurde überall geparkt, rückwärts gefahren, Einbahnstraße … was ist das? Manchmal musste ich mich mit unserem Jeep durch Lücken schieben, durch die hätte ich mich in Deutschland nicht mal mit einem Smart getraut. Aber, es gelingt irgendwie!

 

So, morgen geht es ab in den Norden, dafür müssen wir sogar durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Wir sind gespannt, was uns erwartet. Wir hoffen, das Internet ist ebenso gut wie hier, und wir können euch wieder mit Bildern versorgen.

 

Alles Liebe und bis dann.