Heute haben wir uns selbst in die Wüste geschickt!

 

Gleich nach dem Frühstück führte uns der Weg bergab in Richtung Sur. Unser heutiges Etappenziel war etwa auf der Hälfte der Strecke zur Küstenstadt. Das „1000 Nights Camp“ in der Wüste „Wahiba Sands“ war unser heutiges Ziel. Die Straßen führte uns quer durch die unwirtlichen Steinwüsten des Oman. Die Warnschilder vor Kamele hatten heute wahrlich ihre Berechtigung. Unzählige Tiere standen auf Sichtweite entlang der Straßen. Manche marschierten sogar entlang oder auf den Straßen. Durch Einschalten der Blinklichter warnt man die Fahrzeuge die einem folgen. Angst zeigten die Tiere überhaupt keine. Blieb man stehen um ein Foto zu machen, dann marschierten sie geradewegs auf das Auto zu. Zierliche Gesichter haben die Trampeltiere, wirklich hübsch.

 

Gegen Mittag hatten wir unser Zwischenziel erreicht, den „Wadi Bani Khalid“. Um diesen Flusslauf mit seinen natürlichen Becken zu erreichen muss man zunächst erst wieder eine kleine Passstraße überqueren. Es ging folglich wieder bergauf und bergab, aber diesmal nur für etwa 10 km.

Am Ende durchfährt man ein nettes Dorf, bevor man an die Ausläufer des Wadi gelangt. Von hier an ging es zu Fuß. Wir schlenderten entlang der Bewässerungskanäle und kamen sogleich mit Einheimischen ins Gespräch. Begeistert von Lion in omanischer Tracht sprachen sie uns an und wir redeten über das schöne Land und seine Bewohner.

 

Es dauerte nicht lange und wir erreichten die Naturbecken. Eine wahre Oase in der man sich befindet. Links und rechts von den Gewässern türmen sich schroffe Berghänge und dazwischen unzählige Dattelpalmen und die Seen mit glasklarem Gewässer. Es ist nicht verwunderlich, dass sich hier die Jugendlichen des Dorfes tummeln und ihren Mut unter Beweis stellen indem sie von den Felsen und Brücken ins Wasser springen.

 

Nun ging es nach „Mintrip“. Von hier aus startete unser Trip in die Wüste. Ich muss zugeben ich hatte vor dieser Fahrt schon reichlich Respekt. Immerhin führt der Weg mehr als 40 km in die Wüste, keine Straße sondern nur Sand. An der Tankstelle in „Mintrip“ tankten wir noch einmal auf und reduzierten den Reifendruck von 33 auf 18 Bar. An der Tankstelle gibt es einen Automaten der dies macht.

 

Sogleich wurden wir von zwei jungen Erwachsenen angesprochen die uns (doch ungewöhnlich hartnäckig) ihre Dienste anbieten wollten. Wir sollen ihnen doch hinterher fahren, denn wir benötigen sicherlich ihre Hilfe. Wir müssen über Dünen und da bleibt man leicht stecken. Wir hatten zuvor im Internet darüber gelesen und waren vor dieser Masche gewarnt. Wir lehnten ab und fuhren los. Kurz bevor wir die befestigte Straße verlassen wollten kam uns ein Auto entgegen und wollte uns zum Halten auffordern, wir fuhren aber weiter. „Allrad“ rein und es konnte losgehen.

 

Wir folgten einfach den Fahrspuren im Sand (zudem hatten wir vom Resort vorab über Internet einen Plan erhalten) und kamen sehr gut voran. Die Fahrt war nicht so schlimm wie befürchtet. Nur gegen Ende mussten wir auf eine Düne hinauf und oben entlang fahren, das war schon etwas anspruchsvoller. Nach gut einer Stunde hatten wir unser Ziel erreicht. Wir wurden liebevoll begrüßt, bekamen kalte Tücher und Saft und durften sogleich unser Essen für den Abend bestellen.

 

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang bestiegen wir die Sanddünen unmittelbar hinter unserem „Zelt“. Mein Gott war das anstrengend! Der Ausblick von oben war einfach beeindruckend. Soweit der Blick reichte sah man Düne an Düne. Es erstaunt uns immer wieder wie ruhig es doch in der Wüste ist. Einen Wehrmutstropfen gab es aber leider. An den Wochenenden kommen gerne die Omanis zum Grillen, etc. in die Wüste. Und so mancher nimmt seinen Unrat nicht mehr mit. So ragt aus der einen oder anderen Düne Plastikmüll. Das sollte wirklich bestraft werden.

 

Der Sonnenuntergang war einfach schön, Claudia machte unzählig Fotos. Im „Zelt“ angekommen mussten wir alle erst einmal unter die Dusche. Der feine Sand hatte sich auf der Haut richtig festgesetzt.

 

Morgen geht’s dann zurück nach Muscat.