Vom Abschied aus dem Hochland, einer ganz besonderen Zugfahrt, einem 17 Meter hohem Buddha, einer tierischen „Straßensperre“ und Männern die mit Taschenlampen vor Elefanten schützen.

 

Heute mussten wir als von unserem „geliebten“ Hochland Abschied nehmen. Nach einem erneut delikaten Frühstück wanderten Claudia und ich nochmals um das Herrenhaus umher. Die letzten Bilder wurden gemacht, Claudia erfreute sich besonders an der Vielzahl von Pflanzen, die hier wild wachsen und bei uns für teures Geld gekauft werden müssen.

 

Nachdem wir unsere Sachen ins Auto gepackt haben fuhr uns Mahinda an den Bahnhof von „Ambewela“. Bahnhof ist gut! Es gab nur ein Gleis und dazu ein längliches Gebäude aus der Kolonialzeit. Drei Räume waren zugänglich; Ein Warteraum für „Ladys“ und einer für „Gentleman“, sowie die Schalterhalle. Ein ganz in weißer Uniform gekleideter junger Mann verkaufte uns die Tickets. Für die Fahrt von 35 km bezahlten wir gemeinsam etwa 45 Cent! Der junge Mann fragte uns gleich woher wir kommen, wie wir heißen und so gab es etwas Smalltalk. Mahinda wechselte noch ein paar Worte mit dem Bahnhofsvorsteher und fuhr dann mit dem Auto voraus nach „Bandarawela“. Nach etwa 20 min kam der Zug. Eine alte Diesellok, zwei Tankanhänger und zwei Personenanhänger (Wagons mit Fensteröffnungen und Holzbänken). Letztere waren gut gefüllt, neben Einheimischen auch ein paar Rucksacktouristen. Wir stiegen in den Zug und ergatterten in der letzten Ecke noch einen Stehplatz. Direkt hinter uns war ein kleiner Raum mit einem Loch im Boden, das WC. Plötzlich stand der uniformierte Mann am Fenster und deutete mir, dass wir den Wagon verlassen sollen. Wir stiegen folglich aus. Er deutete an die Zugspitze, wir marschierten dorthin. Die Lok war gegenwärtig abgekoppelt und hing zwei Wagons beladen mit Sand, Steinen und Arbeitern an. Claudia bemerkte, dass der Lokführer ihr deutete, wir sollten an weiter nach vorne laufen. Die Lok koppelte an, die Türe öffnete sich und der Schaffner holte uns zu sich in das Führerhaus. Da waren wir nun! Die Fahrt genossen wir vom besten Platz mit Rundumblick und einem netten Gespräch. „1979 gebaut, 1200 PS und aus Deutschland, die beste Lok in ganz Sri Lanka““, so der Schaffner. Was sollen wir euch sagen, diese Fahrt war überragend, so etwas werden wir wohl nie mehr erleben. Unterwegs wurden die Wagons mit Sand und Steinen von Hand abgeladen, dann abgekoppelt und andere wieder angekoppelt … Die Fahrt für die 35 km hat am Schluss drei Stunden gedauert. Drei Stunden, die für uns unvergesslich bleiben werden.

 

Am Bahnhof stand schon Mahinda bereit, so konnte es weiter gehen. Wir fuhren nach Ella, um die A2 an die Küste zu nehmen. Die Landschaft unterwegs war atemberaubend. Claudia hat Bild um Bild gemacht. Sattes Grün, tiefe Schluchten, Palmen, Teeplantagen und Wasserfälle. Am Ella-Fall haben wir kurz Pause gemacht. Hier badeten Dutzende von Einheimischen, wuschen ihre Wäsche (u.a. auch Teppiche) und legten sie wohl geordnet zum Trocknen in die Sonne. Nebenbei wurde am offenen Feuer gekocht, geredet und getanzt.

 

Auf unserer Weiterfahrt legten wir so machen kurzen Stopp für ein Foto ein. An einer Stelle zeigte sich mal wieder die Freundlichkeit der Sri Lankaner. Claudia stand am Straßenrand, als von hinten ein großer Lkw gefahren kam. Er hupte, fuhr nahe an sie heran, plötzlich öffnete sich ein Fenster und eine ganze Scharr von Kindern und Erwachsenen riefen „Hello“, und winkten. Sogleich setzten sie ihre Fahrt fort.

Auf unserem Weg nach Yala machten wir noch einen Halt in „Buduruwagalla“. Hier betrachteten wir sieben in Fels geschlagene Figuren aus dem 6. Jh. Die Größte zeigt einen Buddha (17 m hoch). Auch hier waren wir wieder alleine, und so konnte man die Statuen so richtig genießen. Es konnte weitergehen, doch nach nur wenigen hundert Metern musste Mahinda scharf bremsen. Mitten auf der Straße hatte es sich ein etwa 2 m langer Wasserwaran gemütlich gemacht. Ganz langsam erhob er sich und schlängelte sich in Richtung Auto. Claudia, die ausgestiegen war um Bilder zu machen setzte sich zurück ins Auto. Als wir an ihm vorbei fuhren fauchte er uns zum Abschied noch an.

 

Gegen 18:00 Uhr erreichten wir unser heutiges Ziel, den Yala Nt. Park. Für die letzten 10 km haben wir etwa eine Stunde benötigt, so schlecht war die Straße. Seit dem Tsunami wurde die Straße noch nicht instand gesetzt. Wir haben ein tolles Haus, direkt am Strand. Um uns vor wilden Tieren zu schützen (es ist kein Witz) steht es auf Stelzen. Ständig rennen Wildschweine und anderes Kleingetier umher. Wir waren Essen und wollten im Dunkeln zurück zu unserem Haus. Keine Chance! Wir wurden von einem Angestellten begleitet, der mit einer großen Taschenlampe „bewaffnet“ war. Diese nutzt er um die wilden Elefanten zu verjagen, die hier durch das Gelände streifen. Eines wollen wir euch noch erzählen; man hat hier einen Sternenhimmel, die Milchstraße ist deutlich als weißes Band zu erkennen.

 

Morgen geht es dann auf Safari, dazu müssen wir bereits um 05:30 Uhr losfahren, d.h. 04:45 Uhr aufstehen.

 

Gute Nacht!