Von einer Fahrt mit dem Ochsenwagen, der Überquerung eines Sees, frischgebackenem Roti, einer kostenfreien Massage, einem „Marathonlauf“ in der Mittagshitze, neuer Kleidung und tief beeindruckenden Momenten im „Zahntempel“.

 

Um 08:30 Uhr mussten wir leider unsere wunderbare Villa in den Reisfeldern verlassen, führte uns der Weg heute doch nach Kandy. Kandy ist eine quicklebendige Stadt, dazu aber später mehr.

Mahinda hatte eine nette Überraschung für uns. Er hat für uns eine „Safari“ organisiert. Zunächst fuhren wir mit einem originalen Ochsenkarren quer durch den Dschungel und erreichten nach etwa 30 min einen See. Auf Grund der heißen und trockenen Wetterlage (es hat hier seit 10 Monaten nicht mehr geregnet) war der See schon beträchtlich kleiner. Der Wasserstand war bereits um gute 5 m gesunken. Mit einem Boot setzten wir über den See. Ganz so ungefährlich war die Sache nicht, da es auch in diesem Gewässer Krokodile gab. Als wir das andere Ufer erreicht hatten konnten wir tiefe Spuren erkennen. Am Abend kommen gerne die wilden Elefanten an den See um ihren Durst zu stillen. Zu Fuß ging es weiter zu einem Bauern. Seine Frau öffnete für uns zunächst eine Kokosnuss, um uns dann zu zeigen wie traditionell gekocht wird. Sie bereitete Roti zu (ein Brot aus Reismehl, Senf, Wasser, Salz – gebacken in Palmblättern), dazu Kokosnuss-Sambal. Es schmeckte köstlich. Mit einem Tuck Tuck fuhren wir dann wieder zurück zu unserem Auto.

 

Auf unserer Weiterfahrt sahen wir wieder tolle Szenen am Straßenrand. Eine wahrlich andere Welt. Einen Halt legten wir in einem „Spice-Garden“ ein. Ausführlich wurden uns die verschiedenen Pflanzen und Gewürze mit ihren Wirkungen erklärt. Als wir an der Kakaopflanze standen bekamen eine Tasse frischen Kakao gereicht (lecker!!!), und auch noch eine Massage von etwa 20 Minuten mit den Ölen aus dem eigenen Garten. So entspannt konnte es auf unserer Reise weitergehen.

 

Nach etwa weiteren 30 min Fahrt entdeckte Claudia auf einem Berg eine Buddha Statue. Diese thronte auf etwa 600 m Höhe auf einem Felsen. Da wollen wir hin. Kein Problem, Mahinda querte die Straßen (Autofahren ist hier der Wahnsinn, wer Stärker ist gewinnt) und brachte uns zum Einstieg. Leider war der Weg nicht beschrieben, und so standen wir recht planlos da. Ein Junge von etwa 8 Jahren witterte sein Geschäfte. Er kam zu uns, deutete auf die Statue und ab ging es. Er lief uns voran, wobei „lief“ wörtlich genommen werden muss. Wir eilten hinter ihm her und merkten alsbald, dass der Knabe nicht den normalen Weg wählte, sondern nur die Abkürzungen und somit den direkten Weg. Wie gesagt, es war Mittag, die Temperatur betrug etwa 40 Grad. Der An- und Ausblick, der sich uns dann auftat, entschädigte die Mühen. Der Bub bekam 1 € und Gummibärchen von uns, wollte zunächst etwas mehr, war dann aber doch happy. Der Rückweg, ja … war ebenso anstrengend.

 

Als Etappenziel erreichten wir Kandy. Die Stadt ist so geschäftig, überall laufen die Leute umher, ein Laden reiht sich an den anderen. Wir besuchten ein Geschäft für Seide und wurden auch gleich fündig. Zwei schöne Blusen für Claudia, ein Hemd mit Schal für Andi. „Wie lange brauchen Sie um alles zu nähen?“ „The Shirt fort the men, 20 minutes, for the lady, in the morning.“ Wow … morgen können wir also die Sachen abholen, aus feinster Seide. Wir freuen uns schon!

 

Ein absolutes Highlight erfolgte dann am Abend, der Besuch des „Zahntempels“. In diesem Tempel befindet ein Stück eines Zahnes von Buddha. Jeden Tag um 18:30 wird diese Reliquie den Gläubigen zur Schau gestellt. Die Szenerie die sich uns darbot ist kaum zu beschreiben. Zunächst wird im unteren Geschoss des Tempels ein Vorhang geöffnet hinter dem sich ein goldenes Tor befindet. Begleitet wird diese Aktion durch Musiker (Trommeln, Flöten). Im Anschluss sammeln sich die Massen einen Stock höher. Dort wird dann ein weiteres Türchen geöffnet. Man blickt durch dieses Tor auf eine goldene Spitze in der sich der Zahn befindet. Ich übertreibe nicht, die ganze Zeremonie war so beeindruckend, uns standen die Tränen in den Augen.

 

Unsere letzte Fahrt für heute führte uns ins Hotel. Es liegt hoch oben in den Bergen und wir genießen von unserer Suite einen herrlichen Blick über das nächtliche Kandy. Morgen geht es weiter zu den Elefanten. Wir können es kaum erwarten.

 

Alles Liebe.