Von Prominenz beim Frühstück, einer ausgedehnten Wanderung im Hochland, einer Überraschung nach der Rückkehr, einem Neugierigen Streifenhörnchen, den Märkten von „Nuwara Eliya“, und Kaffee auf der Terrasse.

 

Ganz gediegen begann der Tag mit einem vorzüglichen Frühstück im Speisesaal des Herrenhauses. Wie bereits am Vorabend versammelten sich die Gäste des Hauses an der Tafel und jeder bekam sein individuelles Frühstück. Zur Rechten von Claudia saß ein Japaner, der alleine angereist war. Etwas Smalltalk, ein nettes „Good bye“. Im Anschluss erfuhren wir, um wen es sich bei diesem Herren gehandelt hat. Es war der japanische Botschafter auf Sri Lanka. Wir haben ihn später auf unserem Ausflug erneut getroffen. Er war an einen See zum Angeln gefahren, das Glück war aber nicht auf seiner Seite. Für ihn bleibt heute wohl die Küche kalt.

 

Nach dem Frühstück wanderten wir durch die Teeplantage des „Warwick Estates“. Ganz alleine streiften wir die Berge hinauf und hinab und kamen durch das Dorf „Ambawela“. Für die Kinder waren wir die Attraktion. Von allen Seiten kamen sie her, winkten freudig, posierten bereitwillig für Bilder und freuten sich über unser Haribo. Aber nicht nur die Kinder, auch die Erwachsenen grüßen, suchen den Kontakt und wollen sofort reden. Man hat nie den Eindruck, dass die Menschen hier irgendwelche Hintergedanken haben, es ist einfach eine unbeschreibliche Freundlichkeit die man hier erfährt. Gut zwei Stunden sind Claudia und ich gewandert, wobei wir davon die Hälfte der Zeit gestanden sind um die Natur zu betrachten und Bilder zu machen. Kaum kommt man um die Biegung des Feldweges, schon tut sich einem ein absolut neuer Blick auf. Die Hohen Berge die sich links und rechts von diesem Hochtal auftun erscheinen bei jedem Blickwinkel in einem anderen Licht. Neben Tee wird hier auch noch allerlei Gemüse angebaut, sogar Erdbeeren (von den Engländern einst mitgebracht).

 

Nach unserer Rückkehr ins Hotel stand Mahinda bereits bereit. Wir wollten nur noch kurz in unser Zimmer, fanden aber unsere Koffer nicht mehr. Nun war der Grund klar, weswegen wir zuvor gebeten wurden unsere Sachen im Koffer zu verpacken. Der Manager hatte gestern einen solchen Narren an uns gefressen, dass er uns kostenfrei in eine Suite im ersten Stock einquartiert hatte. Jetzt haben wir ein noch größeres Zimmer und ein ebenso großes Badezimmer. So kann man leben!

 

Jetzt ging es zur Erkundung in die „Stadt über den Wolken“, auch noch als „Stadt des Lichts“ bezeichnet. Zunächst fuhren wir auf kleinen Straßen und Wegen quer durch das Gebiet. Wir waren erstaunt, denn die Vegetation änderte sich mit nur wenigen Höhenmetern. Auf einmal fanden wir uns in mitten von grünen Weiden, auf denen Kühe grasten, kurz danach wieder Tee so weit das Auge reichte. So fuhren wir gut eine Stunde, als sich plötzlich mein „Kaffee“ meldete. Mahinda fuhr an die Seite (wir befanden und in einem dichten Waldgebiet) und ich schlug mich in die Büsche. Da stand ich und bemerkte im Augenwinkel eine Bewegung an einem Baum direkt neben mir. Ein Streifenhörnchen war etwa zehn Zentimeter von mir entfernt, streckte seine Pfote aus und wollt mir eben auf die Schulter springen. Durch meine Kopfbewegung erschreckt huschte es sogleich davon.

 

In „Nuwara Eliya“ angekommen parkte Mahinda unser Auto (Vorsicht war beim Aussteigen geboten, neben meiner Türe war ein Loch von 1 m² und 2 m Tiefe. Von dort erkundeten wir die Märkte der Stadt. Erst der Kleidermarkt. Für uns nicht von Bedeutung, durften wir aber erfahren, dass hier die Kleiderspenden aus Kanada verkauft werden. Dann ging es in den richtigen Markt. Gemüse, Fleisch und Fisch. Die Vielfalt an Gemüse ist hier in Sri Lanka sehr hoch. Die Einheimischen zeigten Claudia die einzelnen Sorten, erklärten und Mahinda übersetze. Es wurden Schoten geöffnet, Gewürze gezeigt, Sachen herausgenommen. Ganz selbstverständlich und mit viel Mühe und Freude. Erwarte das einmal am Viktualienmarkt!!!

In einem Geschäft für Tempelzubehör entdeckte Claudia schöne Armreifen aus Metall. „Ja, da hätte sie schon gerne einen.“ Auf die Frage nach dem Preis „150 Rp.“, das sind etwa 95 Cent. Was Claudia nicht wusste, nicht ein Armreif kostet 150 Rupien, sondern zwölf Armreifen. Claudia hat jetzt zwölf Armreifen mehr in der Schmuckkiste.

 

Wir besuchten noch den „Victoria Park“, vergleichbar mit dem Englischen Garten in München, nur um einiges gepflegter. Am Eingang zahlt man ein kleines Entgelt und kann dafür eine liebevolle Anlage genießen. Rosenbeete säumen die Wege und Teiche. Da heute Sonntag war fanden auch viele Einheimische ihren Weg in den Park. Ganze Großfamilien machten Picknick und saßen zusammen. Auch hier wurden wir wieder freundlichst empfangen, angelächelt, angelacht und die Kinder posierten bereitwillig für die Kamera.

 

Zurück im Hotel setzten wir uns auf die Terrasse und genossen den guten Kaffee. Der ist echt so genial, dass wir sogar den Kaffeesatz am Boden des Bechers auslöffeln. Etwas lächeln müssen wir über manchen Einheimischen. Es ist jetzt 17:00 Uhr, wir haben etwa 22 Grad (und das auf 2100 Meter Höhe). Für uns angenehm, für die Sri Lankaner scheinbar kalt, tragen sie doch Wollmütze und Ohrenschützer.

 

Ach ja, so als kleine Info; Claudia hat bisher etwas mehr als 2400 Bilder gemacht.

 

So, für heute ist nun Schluss!