Vom Tausch des Autos, dem Tag der Elefanten, einen unvergesslichen Bummel durch Kandy und einem zu engen, bzw. zu großem Kleidungsstück.

 

Bereits gestern Abend ging es los. An unserem Auto brannte eine Warnleuchte, und irgendwie verlor das Fahrzeug auch an Kraft. „Kein Problem, is Filter“ so Mahinda. Er verständigte seinen Chef in Colombo und wollte die Genehmigung einholen zur Werkstatt zu fahren. Aus welchem Grunde auch immer, spät am Abend stand sein Chef mit Ersatzfahrzeug und Fahrer vor unserem Hotel. „Sie wollen tauschen Fahrer und Auto, ich will das nicht!“, so Mahinda. Wir auch nicht!!! In einem kurzen Gespräch machten wir dem „Chef“ klar, dass er sich die Anreise hätte sparen können, wir bleiben Mahinda treu! Lange Rede, kurzer Sinn; wir fuhren mit dem „defekten“ Auto zur Werkstatt und bekamen für den Tag ein Ersatzfahrzeug. Ein Tata aus Indien. Stell dir einen Fiat Panda der 70iger vor, subtrahiere alles was mit Luxus zu tun hat, mache ein paar Löcher rein, falte dich in das Auto und fahre mit höchstens 50 km/h … so sah es aus! Macht nichts, wir hatten unseren Spaß.

 

Der Weg führte uns heute in die Region von Kegalla. Zunächst besuchten wir einen Freund von Mahinda. Er hat ein paar Elefanten, und so war es uns möglich zu einem wirklich kleinen Preis einen Ritt zu machen. „Menika“ hieß unsere 21 Jahre alte Elefantendame. Nachdem sie uns in einem Fluss mit Wasser bespritzt hatte ging es durch den Urwald. Sehr zu unserer Freude wollte sie eine Abkürzung durch ein Reisfeld nehmen, konnte aber dann mit Bananen bestochen werden.

 

Kaum runter vom Elefantenrücken fuhren wir nach Pinawela. Das ist ein Ressort für Elefantenwaisen, bzw. Elefanten die verletzt gefunden wurden. Zu bestimmten Zeiten trabt die Elefantenherde quer durch den Ort zum nahe gelegenen Fluss. Etwa 40 Tiere (von ganz klein bis ganz groß) baden dann im Wasser. Man kann bis auf wenige Meter an die Tiere heran. Nur nicht Claudia, die durfte natürlich direkt zu den Elefanten um diese zu streicheln. Die Szenerie war einfach großartig, diese Kolosse so friedfertig im Wasser zu sehen.

 

Zurück in Kandy besuchten wir zunächst einen Markt. Für uns Europäer ist es nicht vorstellbar. Da liegt Fleisch roh auf Holzböcken, oder hängt an Haken. Eine weitere Attraktion für Claudia waren zwei kleine Kätzchen (etwa fünf Wochen). Sie kniete sich zu ihnen nieder und wollte sie streicheln. Die Katzen waren das aber irgendwie nicht gewohnt, und so war es ein echt nettes Bild. So nett, dass sich um Claudia etwa zehn bis 15 Männer scharrten, die mit Freude und Begeisterung das Bild von Claudia und den Katzen betrachteten.

 

Mahinda führte uns dann entlang den Straßenmärkten. Es ist nicht in Worte zu fassen, die Eindrücke sind einfach zu vielfältig. Wer den Film „Slumdog Millionär“ kennt, so in etwa war es. Wir haben Sachen gesehen, die kannten wir bisher nicht. Auch die Gebäude und Straßenzüge, genial.

 

Am Abend konnten wir dann unsere Kleidung vom Schneider abholen. Eigentlich eine Sache von wenigen Minuten … eigentlich. Ich mache es kurz: Mein Hemd war so eng geraten, selbst eine Änderung brachte nichts. Ich bekam mein Geld zurück. Und Claudia: Ihre beiden Blusen waren so groß, dass ich gut mit hinein gepasst hätte. Da wurde dann geändert und genäht was das Zeug hielt. Anprobiert, noch mal geändert … nach gut 90 Minuten dann die Erlösung; alles passt. Die Tunikas sind wunderbar geworden. Dem Chef des Unternehmens war das so peinlich, er hat uns noch Geschenke gemacht. Die Zeit verging aber eigentlich recht schnell, denn wir hatten ein wunderbares Gespräch mit dem Manager.

 

Von dort ging es dann direkt ins Hotel. Claudia stellte unterwegs noch fest, dass wir eigentlich Ramadan halten. Wir frühstücken, wenn es noch dunkel ist und essen zu Abend, wenn es schon wieder dunkel ist! Mahinda musste laut lachen. Wieder ist ein Traumtag auf Sri Lanka vorbei. Mahinda und wir sind ein spitzen Team. Er hat uns für den Tag unserer Abreise bereits zu sich und seiner Familie eingeladen und zum Abschied nahm er mich heute auch noch in den Arm. So soll es sein.

 

Wir hoffen auf Internet im Hochland, denn da führt es uns morgen hin. Bis bald!